Endotonie

Unter Endodontie versteht man die Lehre, die sich mit dem Inneren des Zahnes beschäftigt. Es leitet sich aus dem griechischen endon (innen) und odontos (Zahn) ab. Die Wurzelkanalbehandlung zählt zu den endodontischen Maßnahmen.

Was ist eine Wurzelkanalbehandlung?

Unsere Zähne bestehen aus der sichtbaren Zahnkrone und einer oder mehreren Wurzeln, die den Zahn im Knochen verankern. Im Inneren der Zahnkrone und der Zahnwurzel befindet sich der Zahnnerv (die Pulpa – bestehend aus Blut- und Lymphgefäßen, Bindegewebe und aus Nervenfasern), dieser kann sich durch Kariesbakterien oder durch einen Unfall entzünden und anschließend (oder im weiteren Verlauf) absterben.
Die Bakterien können sich jetzt im abgestorbenen Nervgewebe vermehren, über die Wurzelkanäle in den Körper eindringen und im Knochen Entzündungen hervorrufen.
Der gesamte Körper wird durch eine derartige Infektion belastet.
Mit Hilfe der Wurzelkanalbehandlung werden solche Infektionen bekämpft, indem die Bakterien und die abgestorbenen Gewebereste aus dem Kanal entfernt und der gereinigte Hohlraum bakteriendicht abgefüllt und verschlossen werden.
Durch die Endodontie (Wurzelkanalbehandlung) können Ihre eigenen Zähne erhalten werden.

Symptome

Eine akute Entzündung äußert sich häufig in kaum erträglichen starken Schmerzen, die oft ausstrahlen.
Der Zahn wird extrem empfindlich gegenüber Temperaturveränderungen, Hitze- oder/und Kälteempfindlichkeit.
Es treten Aufbissschmerzen auf.
Der Zahn ist bereits bei den leichtesten Berührungen empfindlich.
Schmerzmedikamente helfen nur noch kurzfristig oder überhaupt nicht mehr.
Eine chronische Entzündung äußert sich häufig nur mit sehr eingeschränkten Schmerzen bzw. überhaupt nicht mit Schmerzen – also symptomlos.

Ablauf einer Wurzelkanalbehandlung

In der Regel sind drei Sitzungen notwendig:

  • Vorbehandlung (Schmerzbehandlung)
  • Wurzelkanalaufbereitung
  • Wurzelkanalfüllung

In komplizierten Fällen können zusätzliche Sitzungen notwendig sein.

Die Wurzelkanalbehandlung ist durch den Einsatz modernster Behandlungsmethoden und Anästhetika in der Regel vollkommen schmerzfrei und hat bei gründlicher Durchführung eine Erfolgschance von bis zu 95%.

Das Kanalsystem muss mechanisch und chemisch bis zur Wurzelspitze gereinigt und desinfiziert werden, um alle Bakterien und das infizierte Gewebe aus dem Kanal zu entfernen. Es kommen unterschiedlichen Desinfektionslösungen zum Einsatz, die mittels Ultraschall aktiviert werden. Die mechanische Reinigung und Aufbereitung des Kanals erfolgt u.a. mit hochflexiblen computergestützten Instrumenten, die auch die Behandlung stark gekrümmter und enger Kanäle ermöglichen.
Die Länge des Wurzelkanals wird während der Behandlung permanent über eine sogenannte Impedanzmessung kontrolliert.
Dies ermöglicht ein besonders sicheres Arbeiten im Wurzelkanal und vor allem wird hierdurch die Anzahl der benötigten Röntgenbilder reduziert.

Oft erfolgt eine medikamentöse Einlage im Kanal, hierdurch wird eine Neuinfektion der Hohlräume vermieden und darüber hinaus können weniger Bakterien überleben.

Die Wurzelkanäle müssen vollständig und dicht verschlossen werden, hierdurch wird eine erneute Reinfektion der Wurzelkanäle durch Bakterien verhindert. Hierfür kommen modernste und bewährte Techniken zum Einsatz. Die Wurzelkanalfüllung erfolgt mit wärmeverformbaren Präzisionsstiften in einem speziellen Verfahren, das es ermöglicht, den Kanal bis an die Wurzelspitze und auch die Seitenbereiche zu füllen.

Im Anschluss an eine erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung muss der betreffende Zahn stabil und bakteriendicht verschlossen werden. Abschließend muss der betreffende Zahn in der Regel mit einer Krone oder Teilkrone versorgt werden, da dieser durch den Substanzdefekt instabil wird und bruchgefährdet ist.